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Frankfurter Allgemeine Zeitung

9. November 2004

Formidables Feuerwerk – Ulrich Roman Murtfeld spielt


„Für ihr jährliches Konzert hatte die Deutsch-Französische Gesellschaft in Frankfurt Ulrich Roman Murtfeld als Solisten gewonnen. Der in Salzburg und Karlsruhe ausgebildete Pianist, der zur Zeit an einer Dissertation über Wolfgang Rihm arbeitet, bot ein reich schattiertes Programm mit ausschließlich französischen Komponisten, es schloß verständlicherweise auch einen Block mit zwei Nocturnes und einer Polonaise Chopins ein.

Schon der spielfreudige Auftakt mit den ‚Mouvements perpétuels’ und den ‚Promenades’ Francis Poulencs mit ihrer elementaren Lust an diatonischer Motorik ließ deutlich werden, wie präzis der Künstler mit der Stilistik unseres westlichen Nachbarn vertraut ist. Neue Musik hat jenseits des Rheins einen durchaus anderen Charakter, wie Murtfeld an ‚Choral und Variations’ aus der Sonate aus dem Jahr 1947 von Henri Dutilleux aufzeigte. Entschiedener Elan ließ den thematischen Bezug des Chorals zu den pausenlos abrollenden Variationen hörbar werden, ohne dass die Virtuosität der Darbietung darunter litt.

Schroffere Töne schlägt der Weggefährte Maurice Ohana in der von Cluster und herben Dissonanzen gezeichneten Gruppe aus den Préludes von 1973 an. Vollends in seinem Element war Murtfeld in der Gruppe aus dem zweiten Band der ‚Préludes’ Debussys. Sie mündeten zielsicher in einem wahrhaft zündenden Brillant-‚Feuerwerk’. Klarheit der Darstellung und Sinn für die Architektur der Werke war eine durchweg zu beobachtende Qualität des Abends. In seinem Verlauf gewann er auffallend an spannungsvoller Brisanz. Viel Beifall.“