Startseite

Curriculum / Portrait

Repertoire

Konzerte

Presse

Workshops / Projekte

Fotos

Audio

Empfehlungen

Kontakt

Allgemein:

 

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

18.Dezember 2005

Magisches Quadrat - Ulrich Roman Murtfeld mit Werken deutsch-österreichischer Komponisten im Frankfurter Ikonen-Museum

Ungeachtet seiner weitgespannten künstlerischen und wissenschaftlichen Aktivitäten kehrt Ulrich Roman Murtfeld regelmäßig in seine Vaterstadt zurück, und dies mit durchdachten Konzepten, die ihn aus der Flut fingerfertiger Talente herausheben. Hatte er vor gut einem Jahr ein rein französisches Programm präsentiert, so fügte er für sein Konzert im Ikonen-Museum vier Werke deutsch-österreichischer Komponisten zu einem magischen Quadrat zusammen, das sich wechselseitig beleuchtete und dabei zielsicher auf das Haupt- und Schlußwerk des Abends hinführte: Beethovens "Waldstein-Sonate". Warum hatte der Komponist seinerzeit den Andante-Satz durch eine knappe Introduzione ersetzt? Murtfeld machte es deutlich: Hier werden nicht einzelne Sätze aufaddiert, alles ist auf das Schluß-Prestissimo hin zentriert, im Allegretto mit einem gelassenen Moderato-Tonfall, wie es nur wenigen gelingt, das Thema in geheimnisvollem Pedal-Schleier, wie es Beethoven ausdrücklich notiert.
Was für die Sonate galt, war auch für das Ganze ausschlaggebend. Der energische Zugriff, der schon den ersten Satz der Sonate prägte, bestimmte Schönbergs konzentriert organisiertes Klavierstück op. 33a stärker als etwa das (ebenfalls spürbare) Cantabile-Erbe. Fein ziseliert hatte Haydns B-Dur-Sonate Hob. XVI:41 den Abend eröffnet. Auch Schumanns "Gesänge der Frühe", die die Pianisten erst spät für sich entdeckten, waren durch sensible Behutsamkeit gekennzeichnet. Sie setzte sich bei Debussys Sexten-Etüde, die als farbenreiche Zugabe erklang, zielbewußt fort.